Der Flirt mit der Sonne

Die Sonne erweckt unsere Lebensgeister. Nicht von ­ungefähr sind wir im Frühling nicht nur hilfsbereiter und spendabler, sondern auch leichter für einen Flirt zu ­haben. Wenn die Temperatur steigt, setzen die Frühlingsgefühle ein. Es gibt sie wirklich, denn die Sonne mit ihrem Licht und ihrer Wärme stachelt die Hor­mone an, die uns ein Hochgefühl verschaffen.
Der sonnenbefeuerte Überschwang hat Gründe: Licht ­unterdrückt die Produktion des Hormons Melatonin, das den Schlafrhythmus regelt. Dafür steigert die Frühlingssonne den Pegel der sogenann­ten Glückshor­mone im menschlichen Körper. Trifft ihr Licht auf unsere Haut, schüttet der Körper jede Menge ­Endorphine, eben diese Glückshormone, aus. Eines davon ist Serotonin, das das Sättigungsgefühl, den ­Zuckerstoffwechsel und die Einstellung des Tag-Nacht-Rhythmus beeinflusst und vor ­allem unser Wohl­befinden steigert. Produziert wird es mit Hilfe von Vitamin D, das gebildet wird, wenn ­Sonnenlicht auf unsere Haut fällt. Serotonin sorgt für Antrieb, Stimmung und ­Impulsivität, aber auch für den Sexualtrieb.
Zudem bewirken die UVA-Wellen der Sonne die Frei­setzung von Stickstoffmonoxid. Das ist eine wahre Wunderwaffe, wenn es um die Heilung von Wunden oder den Kampf gegen Pilze, Bakterien und Krebszellen geht. Zudem verringert Stickstoffmonoxid den Blutdruck, was das Risiko verringert, an Herz-Kreislauf-Beschwerden zu leiden.
Last but not least: Sonnenstrahlung setzt in der Haut das Beta-Endorphin frei, das schmerzlindernd und euphorisierend wirkt. Bei Frauen lässt sich die vermehrte Ausschüttung des Hormons MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon) beobachten. Dieses Zauber-Hormon sorgt nicht nur für eine gebräunte Haut, es verstärkt auch die Lust auf Sex. Treffen Sonnen­strahlen auf unsere Haut, geht also einiges vor in unserem ­Körper. Die Sonne hat mehr mit einem heißen Flirt zu tun, als man denkt.